top of page

Analyse: Töchter organisieren Unterstützung für ältere Eltern viermal häufiger als Söhne

  • Seniorendienst Eli die Fee analysiert mehr als 35.000 Angehörigen-Anfragen

  • In fast 80 Prozent der Fälle organisieren Frauen Unterstützung für ältere Angehörige

  • Eli die Fee-Geschäftsführer: „Care-Arbeit endet für viele Frauen nicht mit den eigenen Kindern”

Wer im Alter Unterstützung braucht, sollte möglichst eine Tochter haben. Das legt zumindest eine Auswertung von 35.360 Angehörigen-Anfragen des bundesweit aktiven Seniorendienstes Eli die Fee nahe.

 

Demnach melden sich Töchter fast viermal so oft wie Söhne, um Unterstützung bei Themen wie Haushalt, Einkäufen oder Arztterminen für ihre Eltern zu organisieren. Generell übernehmen Frauen die Verantwortung für die Organisation von Alltagsunterstützung deutlich häufiger als Männer.

eli-die-fee-seniorendienst-news-care-arbeit-fuer-eltern.webp

Symbolbild (Quelle: Elidiefee)

Frauen organisieren Älterwerden von Angehörigen in fast 80 Prozent der Fälle

Konkret stammen 78,9 Prozent der Angehörigen-Anfragen, die Eli die Fee erhält, von Frauen. Besonders häufig melden sich Töchter der Betroffenen: Sie machen mit 43,5 Prozent fast die Hälfte aller Anfragen aus. Söhne hingegen kommen lediglich auf einen Anteil von 11,2 Prozent.

 

Auch bei Ehepartnern zeigt sich ein deutliches Ungleichgewicht. Ehefrauen stehen mit 17,7 Prozent aller Anfragen an zweiter Stelle, während Ehemänner lediglich 7,3 Prozent ausmachen. Ähnlich groß fällt der Unterschied bei Schwiegerkindern aus. Schwiegertöchter sind für 5,3 Prozent der Anfragen verantwortlich, Schwiegersöhne hingegen nur für 0,7 Prozent.

Viele Familien organisieren Unterstützung offenbar erst spät

Die Daten von Eli die Fee deuten zudem darauf hin, dass viele Angehörige Unterstützung im Alltag erst dann organisieren, wenn der Unterstützungsbedarf bereits größer geworden ist. So verfügen 93,6 Prozent der Menschen, für die Angehörige Unterstützung anfragen, bereits über einen Pflegegrad und damit grundsätzlich über Anspruch auf Unterstützungsleistungen im Alltag. Nur 6,4 Prozent der Betroffenen haben zum Zeitpunkt der Anfrage noch keinen Pflegegrad. Externe Hilfe wird also häufig erst organisiert, wenn der Unterstützungsbedarf bereits offiziell anerkannt wurde.

 

Die Unterstützung selbst betrifft dabei meist Aufgaben im Haushalt. Rund 90 Prozent der Anfragen beziehen sich auf Hilfe beim Putzen, Einkaufen oder Wäschewaschen. Begleitung bei alltäglichen Erledigungen wie Arzt- oder Behördenterminen wünschen sich 9,7 Prozent zusätzlich oder ausschließlich, während sich lediglich 3,1 Prozent der Anfragen beziehen explizit auf Gesellschaft oder gemeinsame Gespräche beziehen.

Demografischer Wandel könnte familiäre Care-Arbeit weiter verschärfen
„Es ist seit Jahren bekannt, dass sich Frauen häufiger um die Care-Arbeit rund um Kinder kümmern. Unsere Daten zeigen allerdings, dass diese Verantwortung für viele offenbar nicht endet, wenn die eigenen Kinder erwachsen sind. Stattdessen übernehmen Frauen auch die Unterstützung ihrer alternden Eltern oder Angehörigen deutlich häufiger als Männer“, kommentiert Okan Elibol, Geschäftsführer von Eli die Fee, die Untersuchungsergebnisse. Er ergänzt:

 

„Diese Gender Gap entsteht dabei häufig gar nicht aus bösem Willen, sondern eher daraus, dass sich manche Angehörige schlicht weniger verantwortlich fühlen. So setzen sich bestehende Rollenbilder in vielen Familien einfach fort: Wer sich zuvor stärker um Familie, Organisation und die damit verbundene Mental Load gekümmert hat, übernimmt später häufig auch die Unterstützung älterer Angehöriger. Umso wichtiger ist es, solche Themen idealerweise schon zu besprechen, bevor die eigenen Eltern überhaupt auf Unterstützung angewiesen sind und Verantwortung bewusst innerhalb der Familie zu verteilen. 

 

Das ist auch insofern relevant, da die Belastung in Zukunft eher zu- als abnehmen dürfte. Das liegt einerseits an dem demografischen Wandel und andererseits daran, dass die Bundesregierung derzeit im Zuge der Gesundheitsreform plant, den Zugang zu Pflegegraden und damit zu externer Unterstützung zu erschweren. Dass die zusätzliche Verantwortung rund um alternde Angehörige dann weiterhin überwiegend bei Frauen hängen bleibt, wird langfristig weder tragfähig noch gerecht sein. Gerade mit Blick auf eine alternde Gesellschaft muss familiäre Care-Arbeit künftig breiter verteilt werden.”

Das ist die Untersuchungsgrundlage

Für die Auswertung hat Eli die Fee insgesamt 35.360 Angehörigen-Anfragen analysiert. Berücksichtigt wurden ausschließlich Anfragen, bei denen ein familiäres Verhältnis zur unterstützten Person angegeben wurde.

Pressekontakt

Zu Anfragen für redaktionelle Artikel laden wir Journalisten herzlich ein Kontakt mit unserer PR-Agentur aufzunehmen. 

Niklas Fucks
eli-die-fee@twenty-eight.agency
Tel.:
030 7001 2558

Über Eli die Fee

Eli die Fee (https://www.elidiefee.de) unterstützt seit mehr als 19 Jahren Senioren und Menschen mit Einschränkungen bei alltäglichen Aufgaben wie Haushalt, Einkauf oder Arztterminen. Dabei bedient Eli die Fee bewusst eine Marktnische zwischen der rein ehrenamtlichen Nachbarschaftshilfe und der hochmedizinischen Pflege. Das Familienunternehmen entstand in Bochum aus der ehrenamtlichen Tätigkeit von Gründerin Filiz Elibol, die sich um eine Nachbarin kümmerte. Heute unterstützt Eli die Fee über 14.000 Kunden mit mehr als 1.200 Mitarbeitenden an 50 Standorten – Tendenz steigend. Dabei agieren die Ableger von Eli die Fee als Franchises mit lokalen Partnern. Okan Elibol leitet die Eli Group, zu der neben Seniorendienst und Franchisegeschäft auch Eli Paket gehört, das Pflegebedürftige bei der Bestellung von Pflegehilfsmitteln unterstützt.

bottom of page